Sondergruppen und Ausrüstung

Atemschutz

    

Als Atemschutzgeräteträger bezeichnet man Personen, die sowohl medizinisch als auch ausbildungsmäßig in der Lage sind, ein Atemschutzgerät (üblicherweise: Pressluftatmer oder nur Maske mit Atemschutzfilter) zu tragen. Diese Geräte sollen bei Arbeiten beziehungsweise Einsätzen verhindern, dass reizende oder gar giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege und somit in den Blutkreislauf geraten. 

Allgemein unterscheidet man zwischen umluftunabhängigem und umluftabhängigem Atemschutz.

Aus medizinischer Sicht muss ein Atemschutzgeräteträger vor allem eine gute Lungenfunktion haben. Er darf nicht an Raumangst leiden und hat auch unter Stress besonnen zu handeln. Besonders anstrengend sind naturgemäß Tätigkeiten, wie sie zum Beispiel in Feuerwehren anfallen. Die Atemschutzgeräteträger sind in diesem Fall regelmäßig zu sogenannten Atemschutztrupps zusammengefasst.Zum Tragen von (umluftunabhängigen) Atemschutzgeräten ist die von der Berufsgenossenschaft geforderte arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach Grundsatz G 26.3 nötig.

Bei der Feuerwehr kommen Atemschutzgeräteträger mit Tauglichkeit nach erfolgreicher arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gemäß G26.3 zum Einsatz. Die Untersuchung nach G26.3 ist für drei Jahre (bei über 50-Jährigen nur ein Jahr) gültig und muss dementsprechend regelmäßig wiederholt werden. Hierbei wird getestet, ob die Person die nötige körperliche Verfassung zum Tragen von schwerem Atemschutz mitbringt. Der Test setzt sich u. a. zusammen aus Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG, Urinuntersuchung, Röntgen-Thorax (wegen der Strahlenbelastung nur alle 72 Monate).

Außer dieser notwendigen Vorsorgeuntersuchung sind für die Aufnahme der Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger Feuerwehr erforderlich:

  • Die einmalige erfolgreiche Ausbildung zum Tragen von Atemschutzgeräten. 
  • Die jährliche Belastungsübung in einer Atemschutz-Übungsanlage. Diese kann beispielsweise durch Begehen einer (verdunkelten) Orientierungsstrecke sowie durch Verrichten von 25 kJ Arbeit an mehreren verschiedenen Arbeitsmessgeräten (Endlosleiter, Laufband, Fahrradergometer) im Konditionsraum erbracht werden.
  • Eine jährliche praktische Einsatzübung, bei der möglichst unter Einsatzbedingungen einsatztypische Tätigkeiten auszuführen sind. Diese kann entfallen, wenn der Atemschutzgeräteträger in entsprechender Art und im entsprechenden Umfang unter Atemschutz im Einsatz war.
  • Eine jährlich theoretische Unterweisung in das Atemschutzgerät, die Überwachung und auch die Notfallsysteme.

Der Einsatz unter Atemschutz zählt zu den gefährlichsten Einsatzaufgaben und setzt deshalb wichtige Sicherheitsvorkehrungen und eine gute Aus- und Fortbildung der Trupps sowie entsprechende Einsatzausrüstung voraus. Es ist je nach Lage ein oder mehrere Sicherheitstrupp(s) für die eingesetzten Atemschutztrupps einsatzbereit vorzuhalten. Der Sicherheitstrupp muss so ausgerüstet und geschult sein, dass er im Falle einer Verunglückung des Atemschutztrupps sofort Hilfe leisten kann (siehe FwDV 7, "Atemschutz"). Einige Feuerwehren gehen dazu über, den Sicherheitstrupp mit zusätzlichem Material speziell für den Atemschutznotfall auszurüsten.

 

v.l.: Thomas Bödigheimer, Uwe Kirchner, Christian Falger, Michael Büchner, Linda Kuhn, Dominik Heinrich, Daniel Pechmann, Daniel Sterr, Patrick Weißenberger, Christian Heinrich, Nicola Kwiotek, Christoph Weißenberger, Sören Schürhoff, Katharina Vornberger, Patrick Heinrich, Hubert Schrauth, Lasse Preuß, Benedikt Öchsner, Matthias Heinrich

Nicht auf dem Bild: Hubert Heinrich, Klemens Heinrich, Reinhard Zimmermann, Kevin Heinrich, Daniel König, Laura Kotschenreuther, Simon Öchsner, Florian Thoma

CSA Leicht

 

Ein Chemikalienschutzanzug (CSA) ist eine Persönliche Schutzausrüstung, die den Träger komplett von seiner Umwelt isoliert, so dass er in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann. Er kommt z. B. bei Gefahrgutunfällen zum Einsatz. Zur Atemluftversorgung trägt der CSA-Träger meistens einen Pressluftatmer auf dem Rücken.

Die Einsatzzeit ist für den Träger des CSA aufgrund der hohen körperlichen wie psychischen Belastung auf 20 bis maximal 25 Minuten begrenzt. Hinzu kommt noch die Zeit, die für die Dekontamination des Trägers benötigt wird. Ein weiterer begrenzender Einfluss ist die eingeschränkte Beständigkeit gegenüber den diversen Chemikalien.

Der CSA ist nicht gegen alle Stoffe resistent. Genauso wie scharfe Kanten kann dies zur Beschädigung des Materials und somit zur Kontamination des Trägers führen. 

In Bayern ist für die „Zusatzausbildung CSA“ für die Lehrgangsteilnahme der erfolgreich abgeschlossene Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ Pflicht. Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zum Einsatz mit dem Chemiekalienschutzanzug (CSA). Lehrgangsdauer: mindestens 8 Stunden. Der Lehrgang wird auf Kreisebene durchgeführt.

Absturzsicherung

Unter Absturzsicherung versteht man Praktiken und Vorrichtungen, die dazu dienen, einen Absturz beim Aufenthalt oder bei der Arbeit in Bereichen zu vermeiden, in denen ein Absturz auf Grund der möglichen Sturzhöhe zu Verletzungen führen kann.

Bei der Feuerwehr wird die Absturzsicherung durch die Feuerwehr-Dienstvorschrift 1 geregelt. Dabei wird vorrangig das „Absturzsicherungsset“ – und im Notfall Feuerwehrleine und Feuerwehrhaltegurt – verwendet.

Der Gerätesatz Absturzsicherung ist ein Hilfsmittel für Feuerwehrarbeiten im absturzgefährdeten Bereich. Zum Gerätesatz gehören Kernmanteldynamikseil, verschiedene Karabinerhaken, verschiedene Bandschlingen, Handschuhe, ein Auffang- und Sitzgurt und eine Nahbereichssicherung in Form eines Verbindungsmittels mit integriertem Falldämpfer (Y-Schlinge). .

Der Gerätesatz Absturzsicherung wird in einem Transportsack mit Rucksackbegurtung gelagert. Der Gerätesatz darf nur von in seiner Verwendung theoretisch und praktisch unterwiesenem Personal verwendet werden.

Wichtig: Es handelt sich hier um KEINE Höhenrettung sondern um sichern von Personen in Absturzgefährdeten bereichen. Zur Höhenrettung kommen speziell ausgebildete Gruppen zum Einsatz zum Beispiel von der Berufsfeuerwehr Würzburg.

 

v.l.: Ullrich Burkard, Uwe Kirchner, Christian Falger, Linda Kuhn, Daniel Pechmann, Sören Schürhoff, Christian Heinrich, Reinhard Zimmermann, Thomas Bödigheimer

Nicht auf dem Bild: Kevin Heinrich

HvO

Helfer vor Ort (HvO) in Bayern offiziell Ersthelfergruppen bzw. örtliche Einrichtungen organisierter Erster Hilfe, genannt, sind eine Ergänzung der Rettungskette. Es sind mindestens in erweiterter Erster Hilfe grundlegend sanitäts- oder rettungsdienstlich ausgebildete Personen, die bei Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen überbrücken sollen.

Der Helfer vor Ort

  • leistet qualifizierte Erste Hilfe,
  • erkundet die Lage,
  • gibt eine qualifizierte Meldung an die Leitstelle und
  • weist die Rettungsmittel ein
  • überbrückt das hilfeleistungsfreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
  • unterstützt gegebenenfalls die Rettungskräfte

Helfer vor Ort (HvO) sollen das Zeitintervall zwischen Eintreten des Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen, es wird Therapiefreies Intervall genannt. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit.

Man geht davon aus, dass mit jeder Minute, in der ein Kreislaufstillstand nicht mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung behandelt wird, die Chancen für eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken. Bei einem Herzstillstand mit Kammerflimmern ist die Anwendung eines AED für die Wiederbelebung erforderlich. Eine Reanimation könnte aber von einem Helfer vor Ort mit entsprechender Ausrüstung schon nach wenigen Minuten eingeleitet werden. Im Fall des Herzstillstands mit Kammerflimmern ist dies vor allem ein AED. Durch die Verkürzung der Hilfsfrist können viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen. Bei Unglücken und Unfällen ist der HvO außerdem verantwortlich für eine Einschätzung der Lage am Unglücksort und kann über die Leitstelle Einsatzkräfte nachfordern, so dass eine effektivere Vermittlung der Hilfe möglich ist.

Die Einsatzindikationen sind örtlich unterschiedlich geregelt. Diese Indikation besteht in der Regel bei allen Notarzteinsätzen. Mancherorts werden die Helfer vor Ort sogar bei jedem Notfalleinsatz alarmiert, dies legt der Ärztliche Leiter Rettungsdienst und der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in absprache mit den beteiligten Hilfsorganistationen und Feuerwehrführung fest. Zusätzlich zum Helfer vor Ort wird immer ein Rettungsmittel des regulären Rettungsdienstes eingesetzt; der HvO ist nur Ergänzung, kein Ersatz des Rettungsdienstes.

 

v.l.: Ullrich Burkard, Christian Falger, Thomas Silbermann, Nicola Kwiotek, Michael Büchner, Kerstin Celina, Dominik Heinrich, Linda Kuhn, Martin Falger, Thomas Bödigheimer, Michael Potrick, Helmut Celina, Uwe Kirchner

Nicht auf dem Bild: Dominik Hahn, Klemens Heinrich, Benedikt Marold, Luca Morczinek, Simon Öchsner, Tobias Schellenberger, Yannik Stark, Reinhard Zimmermann

Maschinisten

Der Maschinist ist Fahrer des Lösch- oder Rüstfahrzeug und bedient die Feuerlöschpumpe sowie die im Lösch- oder Rüstfahrzeug eingebauten Geräte oder mitgeführten Aggregate wie Stromerzeuger. Er unterstützt bei der Entnahme der Geräte, ist für die ordnungsgemäße Verlastung der Geräte verantwortlich und meldet Mängel an den Einsatzmitteln dem Einheitsführer. Obwohl man umgangssprachlich "er führt das Fahrzeug" sagt, steuert er nur das Fahrzeug und hat keine Befehlsgewalt über die Einheit.

Folgende Kenntnisse werden in der Ausbildung zum Maschinist vermittelt: 

  • Aufgaben des Maschinisten 
  • die verschiedenen Löschfahrzeuge
  • Rechtsgrundlagen, Unfallverhütung, Straßenverkehrsrecht
  • Löschwasserentnahmestellen, Arten der Löschwasserentnahme
  • Feuerlöschkreiselpumpen; Arten, Aufbau, Funktion, Wartung, Pflege, sowie Bedienung
  • kraftbetriebene Geräte zur Technischen Hilfeleistung; Motorsägen, Stromerzeuger usw.
  • Geräteprüfungen, Wartung- und Unterhalt
  • Wasserförderung über lange Schlauchstrecken
  • Fehlersuche an Feuerlöschkreiselpumpen

 

v.l.: Christian Heinrich, Christian Falger, Christian Prell, Daniel Pechmann, Dominik Heinrich, Patrick Weißenberger, Patrick Heinrich, Thomas Bödigheimer, Michael Potrick, Michael Göb, Michael Heinrich, Herbert Heinrich, Sören Schürhoff, Hubert Schrauth, Christoph Weißenberger

Nicht auf dem Bild: Florian Frey, Kevin Heinrich, Simon Öchsner, Benedikt Öchsner, Lasse Preuß, Manfred Zimmermann, Reinhard Zimmermann