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Tornado über Kürnach - Katastrophenfall durch Landrat ausgerufen!

Am Donnerstag, 09.03.2017 fegte gegen 17 Uhr eine Windhose über Kürnach hinweg und hinterlies eine Schneise der Verwüstung von ca. 100 m Breite und ca. 1 km Länge.

Die Einsatzkräfte der Kürnacher Wehr waren kurz nach der Alarmierung um 17:02 Uhr vor Ort. Umgehend begannen das HLF und das LF Trümmerteile und Strommasten zu sichern, sowie die Straßen frei zu räumen. Zwischenzeitlich erkundeten der Kommandowagen und das KLAF die Lage und das Ausmaß der Verwüstungen. Der Einsatzleiter gab dem Mehrzweckfahrzeug den Befehl als Einsatzleitung den Funkverkehr zu regeln und der Integrierten Leitstelle Würzburg als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Schnell wurde klar: Dieses Schadensereignis ist größer! Damit stand die Entscheidung von Einsatzleiter Uli Burkard, dem Kommandanten der Kürnacher Wehr fest. Wir brauchen Unterstützung. Die Feuerwehr Estenfeld wurde deshalb umgehend hinzu alarmiert. Nach dem Eintreffen der Feuerwehr Estenfeld mit Komandowagen, Mehrzweckfahrzeug, HLF, LF und Gerätewagen Logistik bildeten die beiden Wehren in Absprache miteinander zwei Einsatzabschnitte. Die Kürnacher Kräfte übernahmen das Gebiet südlich der Wü2 (Prosselsheimer Straße), die Estenfelder Kräfte den nördlichen Teil. Hier wurde dann auch direkt klar, das weitere Unterstützung durch Kräfte und vor allem Drehleitern erforderlich ist.

Nach Eintreffen der Führungskräfte des Landkreises Würzburg (Kreisbrandrat Michael Reitzenstein, Kreisbrandinspektor Matthias Olbrich und den Kreisbrandmeistern Ralf Geissler, Marco Höhn und Florian Fischer) wurden deshalb weitere Kräfte nachalarmiert. Dies waren:

* Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖel) des Landkreises Würzburg (Standort Rottendorf)
* Rüstwagen des Landkreises Würzburg (Standort Rottendor)
* Drehleiter der Berufsfeuerwehr Würzburg
* Drehleiter der Feuerwehr Veitshöchheim
* zwei Drehleitern der Feuerwehrschule Würzburg 
* Dokumentationstrupp incl. Lichtmast der Feuerwehrschule Würzburg
* Lichtmast des Landkreises Würzburg (Standort Estenfeld)
* Feuerwehr Mühlhausen (MTW + LF8)
* Feuerwehr Oberpleichfeld (MZF + MLF)
* Feuerwehr Prosselsheim (MTW + HLF10)
* RTW des Rettungsdienstes zur Absicherung der Einsatzkräfte

Nach dem Eintreffen der Wehren und Fahrzeuge wurden weitere Einsatzabschnitte gebildet. Als die UGÖel einsatzbereit war, wurde die Einsatzleitung vom Kürnacher Mehrzweckfahrzeug in das Landkreisfahrzeug verlegt. Die UG wurde aus Kräften der Feuerwehr Kürnach und der Feuerwehr Rottendorf besetzt. In dieser Phase wurde dann entschieden, ausschließlich Sicherungsmaßnahmen durchzuführen und undichte Dächer lediglich mit Folie abzudecken.

Zu diesem Zeitpunkt überschriit die Anzahl der eingesetzten Kräfte die Zahl von 100. Weiter war nun abzusehen, das der Einsatz sich bis weit in die Nach hinein ziehen würde. Damit war die Entscheidung klar, die Schnell-Einsatz-Gruppe Verpflegung der BRK Kreisverbandes Würzburg (Standort Rottendorf) alarmieren zu lassen, um die Feuerwehrleute ausreichend mit kalten und warmen Getränken sowie Essen versorgen zu können.

Bei der Einsatzleitung fanden sich nach und nach auch Bürgermeister Thomas Eberth, Landrat Eberhart Nuss, Manfred Ländner (MdL) und Kerstin Celina (MdL) ein. Um 20 Uhr wurde durch diese Persönlichkeiten der Katastrophenfall festgestellt und ausgerufen.

Alle im Einsatz befindlichen Wehren arbeiteten hervorragend zusammen und hatte ganz klar das Ziel, den Betroffenen zu helfen, vor Augen. Es fanden sich immer mehr Dachdecker-Firmen aus dem gesamten Landkreis in Kürnach ein um ebenfalls zu unterstützen. Dadurch wurde ein Lichtschimmer am Ende des Tunnels erkennbar.

Gestärkt mit der Verpflegung aus Händen des BRK packten alle gemeinsam an und arbeiteten Einsatz für Einsatz ab, welcher auch immer ihnen durch die Einsatzleitung zugewiesen wurde. Insgesamt wurden 56 Einsatzstellen mit den verschiedensten Schäden (Dach abgedeckt, Baum auf Haus oder Straßen, lose Teile, lose Ziegel usw.) abgearbeitet.

Ab ca. 23 Uhr entspannte sich die Lage und erste Wehren konnten aus dem Einsatz herausgelöst und in die Nachbereitung und Ruhephase geschickt werden. Nachdem dann um ca. 1:30 Uhr die letzten Unterstützungskräfte Kürnach verlassen hatten, konnten auch die Kürnacher Kameradinnen und Kameraden gegen 2 Uhr ihren Einsatz beenden.

Für zwei Gruppen der FF Kürnach ging es am Freitag, 10.03.2017 um 8 Uhr wieder los. Hierbei wurden bis 18:30 Uhr die verschiedensten Arbeiten erledigt und aktiv bei den Aufräumarbeiten unterstützt.

Die Feuerwehr Kürnach bedankt sich ganz herzliche bei vielen Leuten bedanken, welche in dieser außergewöhnlichen Zeit unterstützt haben:

> bei der Firma Matthes (Tankstelle), Estenfeld, für die Verlängerung der Öffnungszeiten um die Versorgung
mit Betriebsstoffen bis zum Ende sicher zu stellen!

> bei den Dachdeckern und Solaranlagen-Firmen, die so spontan ihre Mitarbeiter nach Kürnach geschickt haben,
um hier schnell zu helfen!

> bei allen Firmen und Anwohnern, welche Material und Unterstützung zur Verfügung gestellt oder angeboten
haben!

> bei allen Anwohnern für ihr Verständnis, das wir nicht überalle gleichzeitig sein konnten!

> für die vielen lobenden Worte die letzten Tage!

> bei allen eingesetzten Kräften der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr, der staatlichen Feuerwehr-
schule Würzburg, dem Roten Kreuz, der Polizei und der Integrierten Leitstelle Würzburg!

> bei den Feuerwehrführungskräften des Landkreises Würzburg!

> bei den politischen Vertretern für die unkomplizierte Unterstützung!

> bei der Gemeinde Kürnach, für die Unterstützung - sowohl im diesem konkreten Schadensfall, aber auch
über die ganzen Jahre hinweg!

> bei den eingesetzten Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr!

 

Herzlichen Dank!


Ullrich Burkard                             Christian Falger
1. Kommandant                           stv. Kommandant

 


Einige Bilder sind zu finden in unserer Gallery